Die Focke-Wulf Fw 190, genannt ‘Würger’ (engl. Shrike) oder auch “Butcher Bird”, war ein deutsches, einsitziges und einmotoriges Jagdflugzeug. Es wurde von der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkrieges eingesetzt und ersetzte teilweise die Messerschmitt Bf 109 im Jahr 1941. Mehr als 20.000 wurden hergestellt, darunter rund 6.000 Jagdbomber-Varianten.

Die Focke Wulf Fw 190, entworfen von Kurt Tank, war einer der technisch fortschrittlichsten und operativ bedeutendsten Jäger / Jagdbomber von 1939-45. Mit der Ausschreibung der RLM-Spezifikation für die Fw 190 im Jahr 1937, die Messerschmitt Bf 109 wurde bereits in Serie produziert, aber das Design des 39-jährigen Kurt Tank war die der Messerschmitt Bf 109 in vielerlei Hinsicht überlegen. Es war ein Flugzeug mit guten Proportionen und aerodynamisch ein sauber aussehendes Flugzeug, wobei das auffälligste Merkmal ein breitspuriges Hauptfahrwerk war.

Als einer von zwei Entwürfen, die Focke-Wulf als Antwort auf eine Spezifikation von 1937 vorlegte, flog der Prototyp Fw 190 am 1. Juni 1939 mit einem 1.550 PS starken BMW 139 14-zylindriger Doppelsternmotor, ebenso wie der zweite Prototyp.

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Im Anschluss wurde der größere 1.600 PS starke BMW 801 eingesetzt. Im Jahr 1940 wurde die Vorproduktion Fw 190A-0s bestellt, die meisten mit einer größeren Spannweite, die zum Standard wurde. Die Auslieferung begann im Juni 1941 mit 100 A-1 Modelle.

Die A-3-Version wurde nun von einem 1.700 PS starken BMW 801 D-2 angetrieben. Die Bewaffnung wurde mit der A-3 auf sechs Maschinengewehre erhöht. Zwei 7,92mm-MG und vier 20mm-MG.  Durch weitere Umrüstsätzen konnte auch ein Zusatztank aufgenommen werden. Diese Modifikationen ermöglichte es der Focke Wulf Fw 190 von Nordfrankreich aus Angriffe auf Ziele in Südengland zu fliegen. Bis Ende 1942 waren fast 3.000 gebaut worden und die Focke Wulf Fw 190 diente in Nordafrika und an der russischen Front noch mehr als in Europa.

Der Version A-5 wurde hauptsächlich für Nah-Unterstützung produziert; die Versionen A-6 und A-7 zeigten weitere Verbesserungen in der Feuerkraft; die Version A-8 waren meist Abfangjäger oder Zerstörer, obwohl einige als Allwetterjäger und andere als zweisitzige Trainer eingesetzt wurden. Als ein Jäger, in Höhen von bis zu etwa 6.000m (20.000 Fuß), war die Leistung der Focke Wulf Fw 190 die der Spitfire V. ebenwürdig oder sogar besser. Oberhalb dieser Höhen begann jedoch die Leistung der Fw 190 rapide abzufallen und die Verbesserung wurde angesichts der hochgradigen Tagesangriffe der USAAF-Bomberformationen in den mittleren Kriegsjahren zu einer absoluten Notwendigkeit.

Die Versionen Fw 190 B und C wurden nach ein paar Prototypen mit aufgeladenen BMW S01D oder DB 603A Motoren, zugunsten der langnasigen Fw 190D oder Dora verworfen.

Die Focke Wulf Fw 190D besaß ein mit Ringkühler ausgestattete wassergekühlte Junkers Jumo 213 A Triebwerk. Die Startleistung betrug 1.776 PS. Durch den Einbau dieses Triebwerkes veränderte sich auch das Erscheinungsbilder dieser D-Version. Insbesondere der Bug und Rumpf wurde verlängert.

Die Fw I90F und G (der E-Aufklärer und die Höhen-H-Serie wurden nicht gebaut) waren kurznasige Modelle, basierend auf der Fw 190A. Das Hauptmodell der Fw 190F-Serie, die F-8, verfügte über Abschuss-Vorrichtungen für Raketen unter den Flügeln. Sowohl die F als auch die G wurden mit BMW 801-angetrieben, wobei letztere meist Jagdbomber waren, bei denen die Bewaffnung auf zwei 20mm-MGs reduziert worden war.

Die G-Version konnte dadurch zum Beispiel zwei 300l-Zusatztanks aufnehmen und unter dem Rumpf eine 500kg Bombe.

Die Gesamtproduktion von der Focke Wulf Fw 190, die 1945 endete, betrug ungefähr 19.500. Er war der erste Jäger, welcher der Luftwaffe einen Vorteil gegenüber den frühen Spitfires verschaffte. Seine allgemeine Vielseitigkeit wurde durch mehrere Dutzend Umrüstsätze ausgezeichnet, um Flugzeuge während der Produktion an verschiedene Aufgaben anzupassen.